Einweihung „Erinnerungszeichen“ ermöglichen ein individuelles Gedenken

Zwei neue Erinnerungszeichen wurden in München eingeweiht
Zwei neue Erinnerungszeichen wurden in München eingeweiht

„Wichtige Bausteine in unserer Erinnerungskultur“: Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo übergibt in München Erinnerungszeichen zum Gedenken an Elisabeth Heims und Alexander Dünkelsbühler.

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo
Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo

„Unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger haben Bayern über Jahrhunderte mitgestaltet und viele Spuren hinterlassen, bevor sie mitten in unserer Stadt mitten aus dem Leben gerissen wurden. Mit den Erinnerungszeichen möchten wir diese Spuren wieder sichtbar machen“, sagte Kultusminister Michael Piazolo bei der Übergabe zweier Erinnerungszeichen im Münchner Haus der Kulturinstitute.

Elisabeth Heims und Alexander Dünkelsbühler sind zwei Beispiele für das grenzenlose Leid und Unrecht, das Jüdinnen und Juden während der Shoah angetan wurde.  „Diese Verbrechen an Menschenleben und Menschenwürde dürfen sich nicht mehr wiederholen. Wir müssen die künftigen Generationen in diesem Sinne zu Zivilcourage und Toleranz erziehen. Deswegen ist es uns wichtig, dass unsere Schulen hier aktiv Verantwortung übernehmen und unseren Kindern und Jugendlichen die demokratischen Grundwerte vermitteln. Wir möchten ihnen einen starken ethischen Kompass mit auf den Weg geben“, so Piazolo.

Kunstminister Bernd Sibler, Hausherr des Münchner Hauses der Kulturinstitute, dem Nachfolgegebäude des Palais Pringsheim, betonte: „Mit den Erinnerungszeichen positionieren wir uns deutlich gegen das Vergessen der Nazi-Gräueltaten. Durch ihre prominente Platzierung an Gebäuden in ganz München leisten die Gedenktafeln einen essenziellen Beitrag zum kulturellen und historischen Gedächtnis im Freistaat. Mögen Sie uns eine ständige Mahnung sein, dass sich so ein Unrecht niemals wiederholen darf.“

Über die Erinnerungszeichen

Die von der Landeshauptstadt München ins Leben gerufenen Erinnerungszeichen sind wichtige Säulen in der Erinnerungskultur. Als Biographien der NS-Opfer an ihren ehemaligen Münchner Wohnorten erinnern sie daran, dass hinter den Namen Geschichten stehen. Geschichten von Menschen, die in der Mitte unserer Stadt, unter uns und mit uns gelebt haben. Sie führen das individuelle Schicksal konkret vor Augen- und ermöglichen damit eine Erinnerungsform auf Augenhöhe.

Hintergrund zu Elisabeth Heims und Alexander Dünkelsbühler

Der am 6. Mai 1875 geborene Jurist Alexander Dünkelsbühler stammte aus einer Nürnberger jüdischen Familie. Er arbeitete seit 1903 als Rechtsanwalt in München. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er an der Front und wurde mehrfach ausgezeichnet, nach einer Verwundung war er schließlich im bayerischen Kriegsministerium eingesetzt. Nach Kriegsende nahm er seine Tätigkeit als Anwalt wieder auf, seine zuletzt gemeldete Kanzlei lag in der Akademiestraße 5. Seine Lebensgefährtin, Privatsekretärin und Haushälterin war Elisabeth Heims, eine 1895 in Berlin geborene Jüdin. Am 24. September 1935 beging Alexander Dünkelsbühler in einem Dresdner Hotel Selbstmord. Wenige Wochen vorher hatte er ein Testament verfasst, in dem er seinen Besitz Elisabeth Heims vermachte. Sie arbeitete nach 1935 als Sozialarbeiterin, zuletzt hatte sie das NS-Regime als Zwangsarbeiterin in der Flachsröste Lohhof verpflichtet. Am 20. November 1941 wurde Elisabeth Heims nach Riga deportiert und dort wenige Tage später ermordet.

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